Geschichtliches

Schon bevor die Katze als Mäuse- und Rattenfänger eingesetzt wurde, war den Menschen das Frettchen als geschickter Ungezieferräuber bekannt. Da der Iltis besonders flink und schnell den Hof von einer Mäuseplage befreite, begann man planmäßig, Iltisse zu züchten, um sie in Gefangenschaft jederzeit zur Jagd verwenden zu können.

Frettierjagd auf Kaninchen um 1390


Bald versuchte man, Frettchen zur Jagd auf Wildkaninchen einzusetzen, da sie als besonders kleine Jagdgehilfen schnell und unkompliziert durch die unter der Erde liegenden Kaninchenbaue stöbern können und so die Kaninchen zur Flucht veranlassen. Die vor den Bauen postierten Jäger sind nun in der Lage, die flüchtenden Kaninchen zu erlegen.
Bereits Aristoteles berichtet im 4. Jahrhundert vor Christus vom Frettchen welches er ,,Ictis" nennt, dass es gerne Honig und Vögel fresse sowie ein hilfreicher Jagdgefährte sei. Plinius (23 bis 79 n.Chr.) erwähnt in seinen Briefen, dass Kaiser Augustus einige ,,Viverrae" auf die Balearen schickte, um der dort herrschenden Kaninchenplage ein Ende zu machen.

Elisabeth von England mit Hermelin
Dame mit Marderartigem um 1490


Als die Römer mit ihren Eroberungszügen später das Wildkaninchen mitbrachten, kam wahrscheinlich auch der Iltis nach Europa, demzufolge auch das Albinofrettchen. Im 13./14. Jahrhundert, so ist aus Quellen bekannt, wurde ein weißes, marderähnliches Tier vorwiegend in Deutschland und England zur Kaninchenjagd verwendet. Wo das Frettchen zuerst auftrat, ist kaum noch nachzuvollziehen, da an vielen verschiedenen Orten des Mittelmeerraumes der Iltis und sein weißer Abkömmling schon früh gehalten und gezüchtet wurden. Es ist aber eindeutig, dass dort, wo eine größere Zahl von Wildkaninchenpopulationen lebte, stets auch Frettchen gehalten wurden.

Noch heute wird das Frettchen zur Kaninchenjagd verwendet
Albinos sind wissenschaftlich gesehen die eigentlich domestizierten Frettchen

 
  Historische Aufnahmen mit freundlicher Genehmigung von furopia.com und F.Reijsbergen